Kapitalmarktperspektiven

Die Kapitalmärkte werden auch zukünftig sehr volatil bleiben. Das liegt zum einen am allgemeinen Anlegerverhalten aber auch an den Vorgaben der Zentralbanken.

Drastische weltpolitische Veränderungen tragen ebenfalls nicht unbedingt zu vorhersehbaren Entwicklungen bei.

Unser enger Kontakt mit großen Vermögensverwaltungen und Privatbanken ermöglicht es uns immer einen sehr tiefen Einblick auf die Märkte zu bekommen.

In diesem Kapitel finden Sie in lockerer Reihenfolge die Quintessenz dessen was die Volkswirte und Finanzmarktexperten zu wichtigen Themen sagen.


Bitcoin & Co: Die Innovation hinter dem Hype

Gegen Ende letzten Jahres überfluteten uns die Zeitungen mit Nachrichten zu Bitcoin und nicht wenige Anleger haben in den letzten Wochen vermutlich überlegt, ob sie nicht auch Geld in die Kryptowährung investieren sollten. Selbst die Angst vor einer Spekulationsblase tat dem Trend zumindest im vergangenen Jahr keinen Abbruch. Stattdessen wurde scheinbar jeden Tag ein neues Allzeithoch erreicht. Doch warum eigentlich die ganze Aufregung? 

Bitcoin ist nicht disruptiv, weil es digital, virtuell oder kryptographisch ist, sondern weil es ohne Intermediär auskommt. Entstanden in den Hochzeiten der Finanzkrise, in der das Vertrauen in Banken erschüttert war, fragten sich die Erdenker des Bitcoins, wie man sichere Transaktionen tätigen kann, ohne eine zentralisierte Vertrauensstelle zu brauchen. Die Entwickler von Bitcoin fanden mit der Blockchain als Konsensus-Protokoll erstmals eine Lösung für dieses Problem. Die dezentrale Konsensfindung ist das elementare und vor allem innovative Merkmal der Blockchain. Sie sorgt dafür, dass alle Teilnehmer gleiche Informationen besitzen und auf sie zugreifen können, ohne sie manipulieren zu können. 

Blockchain verändert Geschäftsmodelle und schafft neue. Damit Deutschland als Standort hier für Unternehmen attraktiv ist, sollten Bildungsprogramme in Universitäten, Investitionen in Pilotprojekte und Rechtssicherheit durch Regulierung schnellstmöglich umgesetzt werden. Während Deutschland bei den heutigen Internetunternehmen keinen nennenswerten Mitstreiter vorzuweisen hat, besteht in der Blockchain-Technologie noch die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen, anstatt hier vom Silicon Valley abhängig zu sein. Denn Blockchain wird bleiben, selbst wenn Bitcoin geht.

Quelle M.M. Warburg, Brinkmann, Wirtz und Co.


Kapitalmarktaussichten 2018

Die Deutsche Wirtschaft steht vor 'goldenen Zeiten'

Die deutsche Wirtschaft hat 2017 ein beeindruckendes Wachstumstempo vorgelegt. Da der Ifo-Geschäftsklimaindex als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft jüngst einen neuen Rekordwert erreicht hat, spricht zunächst alles dafür, dass sich die konjunkturelle Dynamik mit hohem Tempo fortsetzen wird. Wir rechnen deshalb für 2018 mit einem realen BIP-Wachstum von 2,7 Prozent. Grund für Optimismus geben auch die politischen Rahmenbedingungen.

Niedrigere Steuern und eine stärkere finanzielle Förderung von Familien würden sich positiv auf den privaten Konsum auswirken, der zudem von der guten Arbeitsmarktsituation profitiert. Im Unterschied zu den Bauinvestitionen wurden die Ausrüstungsinvestitionen in den vergangenen drei Jahren nur sehr verhalten ausgeweitet. Doch nun wendet sich das Blatt, und ein Großteil der Finanzmarktexperten geht davon aus, dass die Ausrüstungsinvestitionen im Jahr 2018 um gut sechs Prozent zunehmen werden.

Abgerundet wird das positive konjunkturelle Gesamtbild für die deutsche Wirtschaft von den Exporten. Von der 2018 stärker expandierenden Weltwirtschaft profitieren die deutschen Unternehmen überdurchschnittlich stark. Zwar bremst die Euro-Aufwertung die Entwicklung des Außenhandels ein wenig, die anhaltend optimistischen Exporterwartungen der deutschen Unternehmen deuten aber darauf hin, dass die Absatzchancen nicht vorrangig von der Währungsentwicklung abhängen.

Der DAX hat seit dem Jahr 2009 eine durchschnittliche Rendite von neun Prozent im Jahr erzielt. Diese Erfolgsserie sollte sich fortsetzen.

Trotz der hohen Kurssteigerungen der vergangenen Jahre ist der DAX sowohl gegenüber der eigenen Historie als auch im Vergleich zu anderen Indizes nicht hoch bewertet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der deutsche Aktienmarkt von sogenannten zyklischen Aktien dominiert wird, die besonders stark auf Veränderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen reagieren. Der aggregierte Gewinn je Aktie der DAX-Unternehmen soll sowohl 2018 als auch 2019 weiter ansteigen. Auf Basis des derzeitigen KGVs lässt sich ein Kursziel für den DAX von 14.500 Punkten ableiten. Geht man davon aus, dass deutsche Blue Chips im nächsten Jahr nur etwas teurer werden, wäre sogar ein Kursziel von 15.000 Punkten erreichbar.

Quelle M.M. Warburg Brinckmann Wirtz und Co November 2017


Gold und Silber - Die Alternative !

US-Schuldenobergrenze kommt wieder auf den Tisch

Die Investoren haben am 15. März zudem stark auf die USA geschaut. Im Oktober 2015 hatte sich der Kongress geeinigt, die Schuldenobergrenze auszusetzen. Dieser Zeitraum endet am 15. März 2017. Will die USA anschließend weiter Schulden machen – was bei neuen Schulden von derzeit knapp einer Billion Dollar pro Jahr der Fall ist – muss sich der Kongress auf eine neue Obergrenze einigen. Weil die Demokraten und die Republikaner aber gespaltener sind als je zuvor, dürfte eine Einigung äußerst schwierig werden. Das Finanzministerium hat derzeit nur noch rund 200 Mrd. Dollar in der Kasse. Davon werden rund 75 Mrd. Dollar pro Monat verbraucht. Daher wird die Regierung im Sommer neues Geld brauchen. Sollte sich der Kongress nicht auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze einigen können, droht – wie bei der bislang letzten derartigen Krise im Sommer 2011 – erneut das Schließen von Behörden. Trotz dieser enormen Risiken will Fed-Chefin Janet Yellen plötzlich bei der Sitzung am 15. März die Zinsen anheben. Der Schritt spiegelt die stark steigende Inflation wider und gibt dem Goldpreis aus diesem Blickwinkel Rückenwind. Die Inflation war zuletzt auf 2,5 Prozent nach oben geschossen. Allerdings belasten die Zinserhöhungen die hochverschuldete Wirtschaft sehr und erhöhen damit das Risiko, dass die Blasen am Aktien-, Anleihen- und Immobilienmarkt platzen. Wenn diese Sorge bei Investoren hochkochen sollte, dürfte Gold als sicherer Hafen sehr gefragt sein.

Investoren weltweit erhöhen Ihren Goldanteil im Portefolio dreastisch . Goldmann Sachs so wird geschätzt machen 30 % ihrer Gewinne mit Gold, Silber und Platin .

Die kräftige Rally des Goldpreises seit Ende Dezember zeigt, dass das Edelmetall bei Investoren sehr begehrt ist. Seit Jahresanfang hat es um rund sieben Prozent auf über 1.200 Dollar je Unze zugelegt. Weil der Euro gegenüber dem Dollar auf einem ähnlichen Stand wie Ende 2016 notiert, ist der Goldpreis auf Euro-Basis um sechs Prozent geklettert und liegt damit in der Nähe des höchsten Niveaus seit Mitte November 2016. Zwar hat der Silberpreis zuletzt etwas stärker korrigiert als der von Gold, jedoch steht ein Plus von elf Prozent auf Euro-Basis zu Buche. Die Zahlen zeigen, dass die Edelmetalle die Kaufkraft der hiesigen Anleger in unsicheren Zeiten mehr als erhalten haben. Da die weltweiten Risiken größer sind als je zuvor, sollten Anleger daher verstärkt auf die physischen Edelmetalle setzen.

Das wichtigste Argument für einen baldigen kräftigen Anstieg des Goldpreises ist das Muslimische Goldgesetz. welches 1,25 MILLIARDEN Menschen betrifft... 93 Großbanken... und 84 Milliardäre.Im Moment laufen die Vorbereitungen , umgerechnet bis zu 1,25 BILLIONEN US-Dollar in den Goldmarkt zu pumpen und das fast schon über Nacht.

Niemals zuvor haben wir gesehen, wie so viel Geld auf einmal den Goldmarkt flutet.

Es könnte sein, dass dieses noch im Verborgenen gehaltene Gesetz genau der Wendepunkt ist, von dem wir noch in Jahren sagen werden:

„Dieses Gesetz war der letzte Tropfen, der den Gold-Tsunami 2017 auslöste...“

Silber korrigierte zuletzt etwas stärker als Gold.Im Langzeitvergleich verschiedener Anlagemöglichkeiten weisen Gold und Silber die höchste Performance auf.

Gemessen an den neun weltweit wichtigsten Währungen konnte der Goldpreis seit dem Jahr 2001 um durchschnittlich rund 9 Prozent pro Jahr zulegen. Im gleichen Zeitraum konnte Silber einen Anstieg von mehr als 7 Prozent pro Jahr verzeichnen (Stand Ultimo 2016). Dieser Anstieg zeigt spiegelbildlich das Dilemma des zunehmenden Kaufkraftverlustes aller Währungen an.

Als ultimative Währungen der letzten Instanz bieten Gold und Silber historisch belegt den bestmöglichen Schutz gegen unseriöse Geldpolitik sowie Finanz- und Währungskrisen. Die euphemistisch als „Rettungsprogramme“ bezeichneten „unkonventionellen“ Notenbankmaßnahmen setzen damit eine seit dem Jahr 2001 andauernde langfristige Hausse (Aufwärtstrend) der Gold- und Silberpreise in Gang – zwischenzeitliche Preiskorrekturen bieten seither immer wieder besonders attraktive Einstiegs- oder Nachkaufgelegenheiten.

Einige Experten sehen den Goldpreis bereits bei 5000 $ und den Silberpreis bei 500 $.

Quelle : GeInvestor März 2017

Meine Empfehlung ist es auch hierbei einen kühlen Kopf zu bewahren und Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin zur Absicherung des Vermögens einzusetzen. Wenn dabei diesmal eine sehr hohe Rendite der Nebeneffekt sein würde, so wäre das sicher nicht das schlechteste.

Ihre
Norma Waldowsky


2017 bleibt es bei den positiven Vorzeichen ?

Hypothekenkrise, Immobilienkrise, Bankenkrise, Finanzkrise, Schuldenkrise, Eurokrise, politische Krise(n): Negativschlagzeilen seit 10 Jahren. Kein Wunder, dass die Weltwirtschaft angesichts dieser Entwicklungen zunächst in eine schwere Rezession fiel und in den vergangenen fünf Jahren nur verhaltene Wachstumsraten erzielte. Im vergangenen Jahr dann auch noch die Brexit- Entscheidung sowie die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Bei vielen Menschen verstärkte sich der Eindruck, dass man geradezu auf den Abgrund zusteuern würde. Und was machen die Aktienmärkte? In den USA wird derzeit Tag für Tag ein neuer Rekord aufgestellt, auch die meisten Schwellenländerbörsen entwickeln sich prächtig; und sogar in Europa - obwohl doch vom politischen Zerfall bedroht - geht es mit den Kursen leicht bergauf. Blenden die Börsianer also die vielen Risiken und das uns   alle umgebende mediale Trommelfeuer negativer Nachrichten einfach nur aus? Mitnichten. Fast unbemerkt haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten kontinuierlich und deutlich aufgehellt. In Nordamerika kann diese Entwicklung vordergründig mit der Wahl des neuen US-Präsidenten in Zusammenhang gebracht werden, doch ist dies bestenfalls die halbe Wahrheit. Denn schon vor der Wahl - im vergangenen Frühsommer - setzte in den USA die Verbesserung des Konsumentenvertrauens und der Umfragewerte von Unternehmen ein. Und auch in den meisten anderen Industrie- und Schwellenländern der Welt haben sich die Konjunkturdaten zuletzt deutlich verbessert. Somit wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr das stärkste Wachstum der vergangenen fünf Jahre aufweisen. Dies ist der Grund für die positive Entwicklung der Aktienmärkte. Während sich viele Anleger auf die Risiken fokussieren und hinter jeder politischen Nachricht einen potenziellen "Schwarzen Schwan" vermuten, der die Aktienkurse in den Keller schicken könnte, zeigt sich, dass die meisten Unternehmen solider dastehen denn je. So entwickeln sich die Unternehmensgewinne - der wichtigste singuläre Einflussfaktor für die Aktienkurse - derzeit sehr positiv. Seit Anfang 2017 sind europäische Aktien, wie schon im vergangenen Jahr, die Nachzügler im internationalen Börsenrennen. Nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Unternehmensgewinne in Europa in diesem Jahr ihr großes Nachholpotenzial zumindest ansatzweise entfalten werden. Schon jetzt gibt es in Europa einen Börsenplatz, dessen Gewinne sich sogar stärker als die in den USA verbessert haben: Deutschland! Den vielen potenziellen Unsicherheiten zum Trotz gibt es demnach viele gute Gründe, die für eine positive Aktienmarktentwicklung sprechen. Anleger sollten deswegen nicht den Fehler machen, vor lauter Risiken die Chancen zu übersehen.

Quelle: M.M.Warburg und Co.


Der neue Präsident der USA ist gewählt.
Was bedeutet das für Ihre Investmententscheidungen ?

Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten heißt Donald Trump. Damit hat der bis vor kurzem noch aussichtlose Kandidat mit einer nur schwer kalkulierbaren Politik gewonnen. Die Reaktion der Finanzmärkte fiel entsprechend negativ aus, wenngleich deutlich gelassener als nach dem Brexit-Votum der Briten im Juni. Nach starken Kursverlusten in Japan (Nikkei minus 5,4%) hielten sich die Rückschläge an den europäischen Börsen in Grenzen. Auch der US-Dollar konnte rasch einen Teil seiner Einbußen von drei Prozent gegenüber dem Euro aufholen. Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme Die entscheidende Frage lautet: „Was bedeutet die Wahl Trumps langfristig für Investoren?“

Eines hat der Wahlkampf deutlich gezeigt: Donald Trump ist sprunghaft und unberechenbar. Ein Opportunist und aus heutiger Sicht alles andere als die Idealbesetzung eines US-Präsidenten. Ob er seine zuweilen wirren Ankündigungen, eine Mauer an der mexikanischen Grenzen bauen, sämtliche illegalen Einwanderer aus den USA ausweisen und im Zweifel horrende Strafzölle für Waren aus China verhängen zu wollen, tatsächlich umsetzt, sei aber dahingestellt. Die Verhandlungen über TTIP wird Trump wohl einstellen und TPP nicht ratifizieren. Das Freihandelsabkommen NAFTA könnte er bereits im Januar 2017 kündigen. Zunehmender Protektionismus hätte Auswirkungen auf andere Volkswirtschaften, die ihrerseits „Schutzmaßnahmen“ ergreifen könnten. Die Folge wären Handelskriege – eine große Gefahr für die Weltwirtschaft, nicht zuletzt für die USA und deren Unternehmen selbst. Das dürften der Unternehmer Trump und seine Berater nur allzu gut wissen.

Vergleichsweise wahrscheinlich ist unseres Erachtens, dass er sein Versprechen, die, wie er sagt, „vielen vergessenen Amerikaner“ wieder in Jobs zu bringen, einzulösen versucht, indem er die Staatsausgaben massiv anheben wird (deficit spending). In seiner ersten Rede als designierter Präsident sprach er unter anderem davon, die Infrastruktur in den USA in großem Umfang modernisieren zu wollen. Das wiederum dürfte Einfluss auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben. Anders ausgedrückt: Das Zinsniveau könnte in Reaktion auf die expansive Fiskalpolitik steigen. Eine echte Zinswende wird es jedoch unseres Erachtens nicht geben.

Als vergleichsweise wahrscheinlich gilt auch, dass Trump die Mehrheit der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus nutzen wird, um die Steuern zu senken. Sollten die Steuersenkungen Wachstumskräfte freisetzen, müssen Aktien unseres Erachtens nicht darunter leiden.

Entscheidend bleibt, dass sich die Notenbanken außerhalb der USA in einer Zwickmühle befinden: Sie wollen Anpassungsrezessionen auf jeden Fall vermeiden. Vor allem Europäische Zentralbank (EZB) und Bank of Japan (BoJ) werden die Zinsen unseres Erachtens tief halten, um die Zinslast für die Staaten erträglich zu gestalten. In den USA könnten die Zinsen dagegen schneller und höher steigen, als bislang von uns angenommen. Das wäre dann der Fall, sollte Trump seine Pläne bezüglich einer weit expansiveren Fiskalpolitik (Steuersenkungen und Investitionen) durchsetzen, und sich die US-Notenbank nicht verpflichtet fühlen, die Defizite der Regierung (bzw. des ungeliebten Präsidenten) mitzutragen. Da die EZB und vor allem die BoJ den Zins bei null zementiert haben, dürfte der Dollar deutlich steigen, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der USA beeinträchtigen würde.

Die zahlreichen Wechselwirkungen verdeutlichen, dass sich einzelne Ereignisse, wie die unerwartete Wahl Trumps zum US-Präsidenten, über verschiedene Kanäle auf die Anlagemärkte auswirken können. Eine kluge Anlagestrategie hat dies zu berücksichtigen, indem ein Portfolio robust genug aufgestellt ist, um auch unerwartete Ereignisse oder Krisen weitgehend schadlos zu überstehen. Die Wahl Trumps ist nicht das Ende der Welt.

Ein Kommentar der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch vom 09.11.2016


Kapitalmarktperspektiven 2016 nach dem Brexit

An den europäischen Kapitalmärkten hat der Brexit zumindest auf Ebene der Indizes bisher keine dramatischen Spuren hinterlassen. Der DAX liegt nur noch rund zwei Prozent unter dem Stand vom Tag des Referendums, und auch der STOXX 600 hat sich vergleichsweise gut erholt und notiert ebenfalls nur noch etwa zwei Prozent unter den Schlusskursen vom 23. Juni 2016. Auch innerhalb der Indizes hat sich ein Teil der Verwerfungen abgebaut. Während die sogenannte "Diffusion", also der Unterschiede in der Wertentwicklung einzelner Aktien innerhalb der Indizes, in den Tagen nach dem Brexit so hoch war wie direkt nach der Insolvenz von Lehman Brothers, ist auch hier in der letzten Woche etwa Ruhe eingekehrt. Einige börsennotierte Bauunternehmen in Großbritannien hatten beispielsweise in den Tagen nach dem Brexit in der Spitze 50% verloren, konnten diesen Verlust aber auf etwa 30% begrenzen. Die europäischen Märkte wurden vor allem durch die aktuell wieder hohe Korrelation zum amerikanischen Aktienmarkt beflügelt, der nach guten Arbeitsmarktzahlen in den letzten Tagen nach monatelanger Seitwärtsbewegung sowohl im S&P 500 als auch im Dow Jones ein neues Allzeithoch markierte. Doch ist damit wieder "business as usual" angesagt? Leider ist das vermutlich noch nicht der Fall. Ein erster Hinweis darauf, dass unsere eher skeptische Sichtweise berechtigt sein könnte, ist die Entwicklung der Gewinnschätzungen für Unternehmen im breiten STOXX 600. Hier zeichnete sich im Zeitraum von April 2016 bis zum Brexit eine Stabilisierung der Gewinnschätzungen ab; leider sind die Gewinnschätzungen der Analysten im Konsens kurz nach dem Brexit recht deutlich nach unten revidiert worden. Insgesamt sind die Gewinnschätzungen für das Jahr 2016 nun schon seit Anfang des Jahres um 14% gefallen. Setzt sich dieser Trend in der kommenden Berichtssaison fort, würde der europäische Aktienmarkt auch bei konstanten Kursen beginnen, eher teuer bewertet zu sein. Auf der anderen Seite ist die Differenz zwischen der Rendite von Staatsanleihen und der Dividendenrendite derart hoch, dass Investoren fast schon aus "Verzweiflung" Aktien kaufen könnten. Ob dies aber ein solides Fundament für einen lang anhaltenden Aufschwung am Aktienmarkt ist, bleibt dahingestellt.

Quelle: M.M. Warburg, Brinkmann, Wirtz und Co.


Kapitalmarktaussichten 2016

Stehen die Kapitalmärkte jetzt unter Stress

An den wichtigsten Börsenplätzen weltweit waren in den letzten Tagen erneut starke Kursverluste zu verzeichnen. Auch an anderer Stelle an den Kapitalmärkten nehmen die Stresssignale zu: So haben sich die Renditedifferenzen zwischen Unternehmensanleihen und Staatsanleihen nochmals ausgeweitet. Bestehen also Abwärtsrisiken für den wirtschaftlichen Ausblick , oder führen politische und geopolitische Faktoren zu weiteren Kursverlusten an den Börsen ? Der Ausblick auf mögliche Chancen im laufenden Jahr sind dagegen praktisch verebbt.

In Bezug auf die wirtschaftlichen Perspektiven hat der Internationale Währungsfonds jüngst seine Prognose für das Wirtschaftswachstum 2016 auf 3,4% und für 2017 auf 3,6% jeweils um 0,2 Prozentpunkte nach unten revidiert. Diese Prognose zeigt, dass die wirtschaftlichen Risiken etwas zugenommen haben. Die Erwartung verschiedener Investmenthäuser für das Weltwirtschaftswachstum ist mit 3,2% für das Jahr 2016 sogar noch etwas vorsichtiger. Alles in allem würde die Weltwirtschaftsleistung damit allerdings genauso stark wie 2015 (3,2%) wachsen. Eine konjunkturelle Delle oder sogar eine neue Rezession, für die das Weltwirtschaftswachstum unter 2,5% fallen müsste, ist demnach allerdings nicht zu erwarten.

Doch selbst Investoren, die diesen wirtschaftlichen Ausblick grundsätzlich teilen, sind dieser Tage von Zweifeln geplagt. Ein schwer zu bezifferndes Risiko, so der Einwand, gehe von den fallenden Rohstoffpreisen und insbesondere von den geringeren Notierungen für Rohöl aus. Wirtschaftliche Schwierigkeiten oder sogar die Pleite von Öl- und Rohstoffunternehmen sowie von rohstoffexportierenden Ländern könnten eine Kettenreaktion in Gang setzen, die ihrerseits über den Kapitalmarkt zu negativen realwirtschaftlichen Effekten führt. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Gefahr nicht. Warburg Invest hatte bereits darauf hingewiesen, dass größere Verkäufe von Staatsfonds zur Korrektur am Aktienmarkt beigetragen haben könnten. Dies wäre ein ernstes Zeichen dafür, dass die aktuelle Ausgabepolitik rohstoffreicher Staaten längst nicht mehr durch ihre Einnahmen gedeckt ist. Auch bei den Unternehmen nimmt der Druck immer weiter zu. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass noch Anfang 2015 praktisch alle Analysten ein ordentliches Jahr für die Wirtschaft prognostizierten, gerade weil die Preise für Rohöl so stark gefallen waren. Zumindest mit Blick auf den Konsum in den Industrieländern haben sich diese Prognosen durchaus als richtig erwiesen.

Am schwierigsten fällt die Bewertung politischer Risiken, die gegenüber dem letzten Jahr zweifellos zugenommen haben. Besonders schwer wiegt die zunehmende politische Uneinigkeit in der Europäischen Union; sollte diese zu einer dauerhaften Störung des gemeinsamen Binnenmarktes führen drohen ernste Konsequenzen für die wirtschaftliche Aktivität. In diesem Zusammenhang besteht außerdem die Gefahr, dass der Wille zur Fortführung der Währungsunion am Kapitalmarkt erneut in Frage gestellt werden könnte. Es ist indes fraglich, inwieweit dieser Themenkomplex zur Korrektur am Aktienmarkt beigetragen hat.

Kaum beachtet in der Diskussion bleibt unseres Erachtens, dass eine Korrektur am Aktienmarkt auch Chancen bieten kann. Neben der mutmaßlich übertriebenen Sorge vor einer scharfen konjunkturellen Abschwächung der Weltwirtschaft, die von einer etwas positiveren Sichtweise ersetzt werden könnte, sind auch die Bewertungen am Aktienmarkt etwas attraktiver geworden. Dabei sollte allerdings nicht übersehen werden, dass die Bewertungen in der Tendenz eher noch weiter auseinandergelaufen sind: Defensive und/oder bislang teure Branchen sind in der Korrektur bewertungsseitig kaum attraktiver geworden, während die zyklischen Sektoren einen deutlichen Abschlag zu verzeichnen hatten. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass auch in der aktuellen Korrektur nochmals (deutlich) höhere Risikoprämien für Aktien gezahlt werden. Doch sobald die Risiken abnehmen oder sich das fundamentale Umfeld wieder sichtbar verbessert könnten Aktien besonders in einigen Sektoren und auch gegenüber Alternativanlagen schnell eine deutliche Outperformance erzielen.

Insgesamt besteht der Eindruck, dass eine vergleichsweise ausgewogene und stark diversifizierte Positionierung im gegenwärtigen Umfeld angemessen ist. Es wäre zwar ein großer Fehler, die in der Tat vorhandenen Risiken zu unterschätzen. Doch genauso falsch wäre es, die Perspektiven zu pessimistisch zu beurteilen. Auch wenn derzeit wenig über Chancen diskutiert wird könnten sich diese im Jahresverlauf noch für den Anleger ergeben.

Grundsätzlich bleibe ich bei meiner Empfehlung das eine Risikominimierung nur durch eine starke Streuung über alle Anlageklassen erreicht werden kann. Wobei ich eine starke Gewichtung auf einheimische Wohnimmobilien lege. Denn die Zuwanderung beschert uns auf jeden Fall eine noch über Jahrzehnte bestehende Knappheit an bezahlbarem Wohnraum.

Bitte sprechen Sie uns an. Wir haben Zugriff auf gute Neubau wie auch denkmalgeschützte Wohnimmobilien in attraktiven Lagen.

Ihre Norma Waldowsky

Quellennachweis: Berenberg Bank Hamburg website; Warbung Vermögensmanagement Konjunktur und Strategie; Flossbach von Storch, website


Kapitalmarktaussichten: 2015 Ein weiterhin postitives Umfeld für Kapitalmärkte

Experten rechnen mit einer leichten Beschleunigung des Wachstums: Die Weltwirtschaft bei 2,6 Prozent.

Den DAX sieht die Berenberg Bank Ende 2015 bei 10.900 Punkten

Man blickt also mit verhaltener Zuversicht in die Zukunft. Dabei rechnet die Berenberg Bank damit, dass die Weltkonjunktur mit einem Wachstum von 2,6 Prozent im kommenden Jahr etwas an Schwung gewinnen kann. „Insbesondere die niedrigeren Energiepreise dürften die globale Konjunktur beschleunigen, während die weltweit geringen Inflationsraten zu länger andauernden niedrigen Kapitalmarktzinsen führen und die Kaufkraft der Konsumenten stärken dürften. Vor allem in den USA und Großbritannien zeigt der Konjunkturpfeil dank der aggressiven Geldpolitik der vergangenen Jahre weiterhin klar nach oben“, sagt Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg. „Die Eurozone hinkt der Entwicklung in anderen Regionen der Welt derzeit spürbar hinterher.“

Übereinstimmend rechnen auch andere Vermögensverwaltungen dass die Konjunktur in Europa mit einem Wachstum von 1,2 Prozent iin 2015 wieder Tritt fassen und den vor allem geopolitisch durch den Ukraine-Konflikt bedingten Rückschlag des Jahres 2014 überwinden kann.

Auch für Deutschland geht man von 1,2 Prozent Wachstum iin 2015 aus. „In einem Aufschwung ohne Überschwang stößt die Konjunktur vorläufig nicht an Grenzen. Der Preisauftrieb bleibt bei einer Ausweitung der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sehr verhalten. Allerdings ist die Vorsicht und die Angst vor Rückschlägen ausgeprägt und der Aufschwung auch störanfälliger als üblich.“

Für die Kapitalmärkte ist das Zusammenspiel aus weiterhin niedrigen Zinsen und einer langsam kräftigenden Konjunktur fundamental positiv. „Insgesamt sehen wir deshalb auch für viele Finanzmärkte über das Jahr 2015 hinaus noch Spielraum nach oben“, sagt Stefan Keitel, Global Chief Investment Officer bei der Berenberg Bank. „Allerdings können die sich abzeichnende Zinswende in den USA, geopolitische Risiken sowie politische Risiken in Europa immer wieder temporäre Rückschläge auslösen.“

Aktien: Im Bann der Notenbanken

Nach der Korrektur bis Mitte Oktober 2014, hatten sich die globalen Aktienmärkte deutlich erholt und mit Blick auf die weiter bestehenden Problemstellungen dabei fast überschossen. Die jüngste Korrekturwelle, immerhin die fünfte im Jahr 2014 , brachte die europäischen Indizes in Sachen Wertentwicklung wieder zurück auf die Null-Linie. „Mit der expansiven Geldpolitik der EZB und dem allgemeinen Niedrigzinsumfeld bleiben Aktien allerdings längerfristig weiterhin aussichtsreich.

Der DAX dürfte aufgrund steigender Unternehmensgewinne im höheren einstelligen Prozentbereich und einer tendenziell gleichbleibenden Bewertung in diesem Jahr neue Höchststände in Angriff nehmen. Die Volatilität wird jedoch weiter ansteigen – sowohl zum Jahresstart als auch um den Zeitpunkt der US-Leitzinserhöhung. Dabei dürfte das erste Halbjahr schwankungsanfälliger ausfallen als das zweite Halbjahr 2015. Also Ruhe bewahren.

Europäische Aktien haben Nachholbedarf und sollten aufgrund expansiver Notenbankpolitik und sich langsam verbessernder Fundamentaldaten mittelfristig gut unterstützt bleiben. Zusätzlich unterstützend sollten der schwächere Ölpreis sowie der schwächere Euro wirken. US-Aktien werden sich wohl solide entwickeln, jedoch nur mit mäßigem Aufwärtspotenzial. Ein robustes konjunkturelles Umfeld mit niedrigen Rohstoffpreisen und einem aufwertenden US-Dollar sollte die positive Grundstimmung der Investoren nicht sonderlich schmälern. Allerdings wirkt die Zinswende der Fed den Anlegern entgegen, und auch die Bewertungsniveaus erscheinen unter historischen Aspekten nicht mehr günstig. Wir empfehlen daher, in US-Aktien eine neutrale, ausgewogene Positionierung vorzunehmen. Innerhalb der Emerging Markets bleibt Asien die aussichtsreichste Region.

In der sektoralen Ausrichtung raten viele Experten zu Aktien mit Schwerpunkt im Finanzsektor sowie Titeln aus dem Gesundheits- und Konsumbereich. Auch im Rohstoff- und Energiebereich können sich nach den überaus scharfen Korrekturen im Verlauf des Jahres 2015 temporäre Einstiegsmöglichkeiten ergeben.„Aus Diversifikationsgründen sowie Aspekten der unterschiedlichen Korrelationen sind effiziente Mischungen

mit anderen Anlageklassen durchaus sinnvoll – mit Anleihen, Alternativen Investments und auch mit reiner Liquidität unter langfristigen Aspekten. Insbesondere sind die Risiken auf der Aktienseite gerade dann nicht zu unterschätzen, wenn die Märkte bereits viel Positives eingepreist haben und ein starker Konsens pro Aktien besteht.

Anleihen: Gegenläufige Geldpolitik

Die Geldpolitik der großen westlichen Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks läuft nicht mehr parallel. Während die amerikanische Notenbank Fed den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik bereits begonnen hat, hält die Europäische Zentralbank ihre geldpolitischen Türen seit dem Putin-Rückschlag für die europäische Konjunktur weiter offen.

„Es gibt in der Eurozone auf absehbare Zeit keinerlei Inflationsgefahren“, sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. „Auch die gegebenenfalls bevorstehenden Anleihekäufe der EZB sprechen für weiterhin niedrige Renditen bei Bundesanleihen. Allerdings sind diese Effekte bereits weitgehend in den aktuellen Renditen enthalten, sodass das Schaffen von Fakten analog der Situation vor einiger Zeit in den USA sogar zu einem Anstieg der Bundesanleihenrenditen führen könnte. Die sich abzeichnende Zinswende in den USA und Großbritannien wird vermutlich auch dort die Renditen etwas nach oben treiben. Dem werden sich auch Bundesanleihen nicht ganz entziehen können. Zudem kann eine sich langsam kräftigende Konjunktur die Renditen stützen. Wir erwarten deshalb etwas höhere Renditen im Verlauf des Jahres und sehen die Zinsen für 10-jährige Bundesanleihen per Ende 2015 bei 1,20 Prozent.“

Unternehmens- und Finanzanleihen sollten weiterhin im Fokus des Anlegers bleiben. „Angesichts möglicher Aufkäufe von Unternehmensanleihen seitens der EZB rechnen wir mit anhaltend geringen bis weiter fallenden Risikoprämien im Unternehmensanleihesegment. Wir empfehlen, diesen Effekt zur Renditesteigerung durch eine Übergewichtung von Unternehmensanleihen im Portfolio zu nutzen. Dabei raten wir, Unternehmensanleihen einschließlich Finanzanleihen als Schwerpunkt innerhalb der Anleihesegmente zu bevorzugen, vor allem nach-dem sich europäische Staatsanleihen zuletzt besonders positiv entwickelt haben“, so Keitel von der Berenberg Bank.

Währungen: Im Griff der Geldpolitik

Finanzmärkte werden von Erwartungen getrieben. Dass die EZB ihre Geldpolitik Anfang 2015 noch einmal lockern wird, während die US-Notenbank spätestens im September 2015 ihre Zinsen erstmals anheben wird, hat der Devisenmarkt mit dem Rückgang des Eurokurses in den letzten sieben Monaten weitgehend vorweggenommen. Langfristig spricht der zunehmende Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone gegen einen schwächeren Euro.

Quellennachweis: Berenberg Bank Hamburg website; Warbung Vermögensmanagement Konjunktur und Strategie; Flossbach von Storch, website